Kurzantwort: Um in Deutschland Sportschütze zu werden, tritt man einem anerkannten Schützenverein bei, trainiert dort regelmäßig mindestens 12 Monate und beantragt anschließend über den Verband eine Waffenbesitzkarte (WBK). Erst mit dieser darf man eigene Sportwaffen besitzen

Schritt-für-Schritt zum Sportschützen

  • Eintritt in einen Schützenverein
    • Der erste Schritt ist die Mitgliedschaft in einem Schützenverein, der einem anerkannten Schießsportverband angehört (z. B. BDMP).
    • Manche Vereine bieten Schnupperschießen an und stellen Vereinswaffen für Anfänger zur Verfügung.
  • Regelmäßiges Training
    • Das deutsche Waffengesetz (§ 14 WaffG) verlangt eine mindestens 12-monatige Mitgliedschaft mit regelmäßiger Teilnahme am Schießsport.
    • „Regelmäßig“ bedeutet: entweder mindestens einmal pro Monat oder 18 Mal im Jahr.
  • Bedürfnisnachweis
    • Nach einem Jahr stellt der Verband eine Bescheinigung aus, dass die Waffe für die gewünschte Disziplin erforderlich ist.
    • Dieser Nachweis ist Voraussetzung für die Beantragung einer Waffenbesitzkarte (WBK).
  • Beantragung der WBK
    • Mit dem Bedürfnisnachweis, einem Zuverlässigkeits- und Eignungsnachweis (u. a. polizeiliches Führungszeugnis, Sachkundeprüfung, sichere Aufbewahrung der Waffen) beantragt man die WBK bei der zuständigen Behörde.
    • Erst mit der WBK darf man erlaubnispflichtige Schusswaffen besitzen.
  • Kosten und Aufwand
    • Mitgliedsbeiträge im Verein: meist zwischen 100–200 € pro Jahr.
    • Sachkundeprüfung: ca. 100–200 €.
    • Waffenschrank (gesetzlich vorgeschrieben): ab ca. 300 €.
    • Waffenbesitzkarte: Verwaltungsgebühr ca. 50–150 €.

⚖️ Wichtige rechtliche Punkte

  • Mindestalter: 18 Jahre für Kleinkaliberwaffen, 21 Jahre für großkalibrige Waffen.
  • Sportordnung: Die Waffe muss für die jeweilige Disziplin nach der Sportordnung des Verbandes zugelassen sein.
  • Sichere Aufbewahrung: Waffen und Munition müssen in einem geprüften Waffenschrank aufbewahrt werden.

👉 Zusammengefasst:

Sportschütze wird man durch Vereinsmitgliedschaft, regelmäßiges Training, Bedürfnisnachweis und Beantragung einer WBK. Der Prozess dauert mindestens ein Jahr und erfordert neben Engagement auch die Erfüllung strenger gesetzlicher Vorgaben.